Rettungshunde – Warum sie so wichtig sind Teil 2

Einiges wissen wir nun schon über die Rettungshunde. Aber ein Fakt ist sicherlich nur den Wenigsten bekannt. Denn jeder Rettungshund beherrscht ein Spezialgebiet am besten. Entsprechend erfolgt hier auch eine gezielte Förderung. Dabei werden ganz verschiedene Einsatzbereiche unterschieden. Dazu gehören:

  • Flächensuche
  • Lawinensuche
  • Trümmersuche
  • Wasserrettung
  • Mantrailing
  • Wasserortung
  • Leichensuche

Die einzelnen Einsatzgebiete im Detail

Die Flächensuche: Hier sucht das Team in unwegsamen Geländen nach vermissten Personen. Durch den Hund wird der Fund angezeigt. Der Hundeführer muss aber zeitgleich in der Lage sein, die verletzte Person medizinisch zu versorgen. Diese Rettungshunde kaum häufig zum Einsatz, wenn Kinder vermisst werden oder weggelaufen sind. Aber auch ältere Menschen können mit Hilfe dieser speziellen Hunde wieder gefunden werden. Ganz anders sieht es hingegen bei Mordopfern aus. Bei deren Suche werden meist keine Rettungshunde eingesetzt.

Die Lawinensuche: Diese Aufgabe ist für das Team nicht nur schwierig, sondern auch gefährlich. Nach dem Abgang von Lawinen wird nach verschütteten Personen gesucht. In einigen Gebieten kommt es sehr häufig zu Lawinen. Entsprechend findet sich hier auch ein Bereitschaftsdienst. So kann schnelle Hilfe garantiert werden. Bei diesen Lawinensuchteams müssen vor allem die Hundeführer sehr gut qualifiziert sein. Die Kenntnisse über Gefahreneinschätzung und Einsatzabläufe sind hier sehr wichtig und entscheiden nicht selten über Leben oder Tod. Oftmals gehören diese Teams der Bergwacht an. Denn hier wird eine besondere Ausbildung gewährleistet, die für diese Aufgabe auch benötigt wird. Bei der Suche nach den Lawinenopfern verlassen sich die Hunde nicht nur auf den Geruch, sondern auch auf die Körperwärme, Geräusche oder Bewegungen der Verschütteten.

Die Trümmersuche: Hier wird in den Trümmern nach verschütteten Personen gesucht. Für die Rettungshunde ist diese Arbeit besonders hart. Entsprechend eignen sich nicht alle Teams für diese Arbeit. Durch Gasexplosionen oder Erdbeben befinden sich verschiedene Gerüche in der Luft, die den Hund von seinem eigentlichen Ziel ablenken können. Da auch Hunde Fehler machen können, wird bei einem angezeigten Fund, dieser noch einmal durch zwei weitere Hunde bestätigt. Diese Teams zeichnen sich vor allem durch hohe Disziplin und Belastbarkeit aus. Das gilt sowohl für den Hund, wie auch für den Menschen. Trümmersuchteams werden auch sehr häufig im Ausland eingesetzt.

Die Wasserrettung: Für diesen Job muss der Hund ein spezielles Geschirr tragen. Damit schwimmt der Vierbeiner dann im Wasser auf die gefährdete Person zu. Am Geschirr kann sich die Person dann festhalten und wird von dem Hund in Sicherheit gebracht. Ist die Person jedoch bewusstlos, packt der Hund vorsichtig den Arm oder die Hand und bringt die Person an Land. Oftmals schwimmt auch der Hundeführer als ausgebildeter Rettungsschwimmer mit zum Opfer und leistet eine entsprechende Erstversorgung. Gemeinsam mit Opfer und Hund wird dann an Land geschwommen.

Das Mantrailing: Hier steht der Individualgeruch einer jeden Person im Vordergrund. Entsprechend sucht das Team nach diesem. Damit die Suche beginnen kann, muss der letzte Aufenthaltsort der Person aufgesucht werden. Der Hund bekommt einen Gegenstand, von dem er den entsprechenden Geruch aufnehmen kann. Anders als ein Fährtensuchhund wird hier nur der Geruch des gesuchten Menschen aufgenommen. Das Mantrailing ist eine sehr beliebte Disziplin, kann aber nur von wenigen Hunden erfolgreich praktiziert werden.

Die Wasserortung: Die vom Wasser aufsteigenden menschlichen Gerüche werden von den Wasserhunden schwimmend oder auch vom Boot aus aufgenommen. Es werden auch Personen gefunden, die sich bis zu 50m unter der Wasseroberfläche aufhalten. Leider beschränkt sich diese Suche in den meisten Fällen auf Leichen. Denn die Zeit, Menschen lebend unter Wasser zu finden, ist stark begrenzt.

Die Leichensuche: Hierbei handelt es sich um ein klassisches Einsatzgebiet der Rettungshunde. Dabei hilft der typische Leichengeruch den Hunden bei der Suche. Die Leichensuchhunde werden nur von der Polizei zur Aufklärung von Straftaten eingesetzt.

Es gibt also eine ganze Menge Einsatzgebiete für Rettungshunde. Entsprechend facettenreich ist auch die Ausbildung. Dabei sollte aber niemals vergessen werden, dass nicht nur die Ausbildung mit schweren Herausforderungen verbunden ist. Auch die tägliche Arbeit ist nicht zu unterschätzen.

Können alle Hunde Rettungshunde werden?

Es ist prinzipiell möglich, dass Hund zu einem Rettungshund ausgebildet werden kann. Dabei muss aber auch berücksichtigt werden, dass ein kleiner Hund, wie ein Mops, nicht in der Lage ist, einen Menschen aus dem Wasser zu ziehen. Sehr große und sehr schwere Hunde können hingegen einfach zu unbeweglich sein. Entsprechend sind die mittelgroßen und nicht zu schweren Hunde also perfekt für einen Job als Rettungshund. Zu den typischen Rassen der Rettungshunde gehören: der Schäferhund, der Neufundländer, der Border Collie und der Labrador. Ein Rettungshund muss sich aber vor allem durch seinen Charakter auszeichnen. Ein guter Rettungshund muss leistungswillig, aufgeschlossen, nervenstark, menschenfreundlich und gesund sein. Darüber hinaus ist auch die Wesensfestigkeit sehr wichtig. Der Hund darf also keine Aggressionen zeigen oder ängstlich sein. Vor jeder Ausbildung zum Rettungshund muss deshalb auch ein Wesenstest erfolgen. Hier werden unterschiedliche Dinge getestet. Etwa, wie der Hund mit anderen Artgenossen umgeht oder wie er auf Fremde reagiert. Zu Beginn der Ausbildung sollte der Hund nicht älter als drei Jahre sein. Ideal ist es natürlich, wenn die Ausbildung schon im Welpenalter beginnt. Aber auch entsprechend der Einsatzgebiete werden einige Rassen bevorzugt. So wird der Neufundländer sehr gerne für die Wasserrettung ausgebildet. Sie haben einfach eine sehr hohe Opferbereitschaft. Dies wirkt sich natürlich positiv bei einem Einsatz aus. Schäferhunde hingegen werden oft als Trümmerhunde eingesetzt. Sie sind belastbar und auch sehr zuverlässig. Auch die hohe Lernbereitschaft und Auffassungsgabe machen diesen Hund zu einem perfekten Trümmerhund. Als Lawinenhund verwendeten die Rettungsteams früher sehr häufig den Bernhardiner. Durch die schwere und massige Züchtung greifen die Einsatzkräfte heute lieber auf leichte und wendigere Hunde zurück. Dennoch ist der Bernhardiner ein sehr zuverlässiger Rettungshund, der sich auch durch seine Opferbereitschaft, Gutmütigkeit, Gehorsam und Unempfindlichkeit gegenüber Kälte auszeichnet.

Rettungshunde sind also wichtig. Und niemand weiß, ob man nicht selbst einmal in eine gefährliche Situation kommt. Dann ist man froh und glücklich, von einem solch intelligenten und zuverlässigen Vierbeiner gerettet zu werden.

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