Reizangeltraining für Hunde

Das Reizangel-Training oder auch das Spiel und die Beschäftigung mit der Reizangel für Hunde macht vielen Hunden großen Spaß. Gerade die Rassen, die sehr beuteorientiert sind und große Leidenschaft haben, etwas „hinterherzujagen“ kommen bei dieser Art des Trainings voll auf ihre Kosten. Natürlich sollte man aber auch hier einige Dinge beachten, um so lange Freude am Spiel mit dem Hund zu haben.

Reizangel für Hunde als Jagdersatz

Seinen Ursprung hat das Training im Jagdbereich, wo es als nützliches Hilfsmittel zur Ausbildung von Jagdhunden dient. In leicht abgewandter Form bietet es aber auch dem Mensch und Hund ohne jagdlichen Hintergrund eine tolle Trainingsalternative. Ziel sollte es sein, Kontrolle über einen Beutegegenstand zu trainieren,  das Verfolgungsverhalten auslösen und auch wieder stoppen zu können. So kann man unkontrolliertem Hetzen entgegenwirken.

Zu allererst stellen sich bestimmt einige Neulinge auf dem Gebiet die Frage: was genau ist eigentlich eine Reizangel für Hunde? Herkömmlich bezeichnet man als Reizangel einen Stock an der eine cirka 2m lange Schnur befestigt ist. An dieser Schnur hängt eine Beute. Dies kann zum Beispiel ein einfacher Lappen sein, ein Spielzeug oder auch aus dem jagdlichen Bereich ein Entenflügel (Dummy). Zu kaufen gibt es fertige Reizangeln mittlerweile in vielen gut sortierten Läden oder im Internet. Achten Sie beim Kauf ruhig auf die Qualität. Auch hier gibt es viel Plunder ohne lange Lebensdauer. Ganz normale Teleskop-Angelruten zum Fischen eignen sich natürlich auch und sind um einiges robuster. Ein kleiner Tipp am Rande: man kann sich seine Reizangel für Hunde auch selber bauen. Ein Stock oder Stab sowie Schnur oder Seil findet sich mit Sicherheit in jedem Haushalt. Ich selber habe mir im Reitsportgeschäft eine sogenannte Longierpeitsche gekauft (gibt es ab ca. 10Euro) und an dem bereits vorhandenen Band die Beute befestigt. Der Vorteil hier liegt unter anderem daran, dass es die Longierpeitschen in verschiedenen Längen gibt (ich habe eine mit ca. 1,80m Länge). Und meine gekaufte Variante kann man in der Mitte teilen (per Schraubgewinde). So kann ich sie super auch im kleinen Auto transportieren und zu Hause nimmt sie zerlegt auch nicht viel Platz weg.

Wenn Sie eine Reizangel kaufen wollen kann ich Ihnen folgende empfehlen:

Link: Reizangel für Hunde 3m

Reizangeltraining ist mehr als nur „hinterher jagen“

Das Training mit der Reizangel für Hunde umfasst nicht nur das pure Hinterherjagen der Beute. In diesem Spiel kann man viele nützliche Dinge üben wie zum Beispiel die Impulskontrolle, das Verharren, Abrufsignale und Stoppsignale. Der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt. Ein paar Dinge sind allerdings Voraussetzung: Der Hund sollte natürlich fit und gesund sein. Abrupte Bewegungen, schnelle Richtungswechsel und hartes Stoppen sowie sehr schnelles Losspurten erfordern neben guter Kondition auch einiges  an Kraft und Flexibilität. Damit sollte man natürlich sehr junge, alte oder gelenk- oder knochenkranke Hunde nicht belasten. Da der Radius doch eher klein ist, ist die Beanspruchung auf Sehnen, Bänder, Gelenke etc. natürlich sehr hoch! Die Länge der Trainingseinheit sollte daher auch eher kurz gestaltet sein. Aus oben genannten Gründen denken Sie bitte daran, Ihren Hund vor dem Spiel aufzuwärmen und nicht von Null auf Hundert direkt durchstarten zu lassen. Und auch nach dem Training mit der Reizangel für Hunde ist eine Cool-Down-Phase wichtig, bei dem Ihr Hund sich wieder abregt, verschnaufen kann und keinen Stress hat. Kurz zum Trainingsgelände: hier sollte man auf einen ebenen Untergrund achten. Am besten eigenen sich Wiesen, die federnd nachgeben und keine Hasenlöcher oder größere Unebenheiten aufweisen.

So funktioniert das Reizangel-Training

So, nun aber los: zeigen Sie Ihrem Hund die Beute und fangen Sie an, die Reizangel zu bewegen, so dass sich die Beute auf dem Boden (oder knapp darüber) bewegt. Ihr Hund wird schnell daran interessiert sein und anfangen, dem Objekt hinterherzujagen. Lassen Sie ihm ruhig ein paar Erfolgserlebnisse: das Hetzen und Packen ist eine genetisch bedingte Verhaltensweise von Hunden. Hier kann er ohne Schaden anzurichten seinem Trieb freien Lauf lassen, was ihm mit Sicherheit viel Freude bereiten wird. Sobald er begriffen hat, was es mit der sich bewegenden Beute auf sich hat, können Sie anfangen Variationen und gezielte Trainingsschritte einzubauen. Voraussetzung ist natürlich auch immer das Herankommen und die Abgabe der Beute. Gibt Ihr Hund die Beute nicht ab, beenden Sie das Spiel und befassen sich erst einmal mit dem Ausgeben von Gegenständen.

Hörzeichen mit einbauen

Bei Impulskontrollübungen lassen Sie Ihren Hund eine Position einnehmen (Sitz, Platz, Steh etc.) und signalisieren Sie ihm „Bleib“. Bei dieser Übung soll der Hund lernen, sich zu beherrschen – und das wird ihm im Normalfall anfangs nicht leicht fallen. Der Anreiz einer sich bewegenden Beute nach zu hetzen ist wirklich immens hoch. Nun fangen Sie sachte an, die Beute zu bewegen. Anfangs eher langsam. Beobachten Sie Ihren Hund: macht er seine Sache gut und hat er sich unter Kontrolle geben Sie ihm das Freigabesignal (z.B. „Okay!“) und er darf als Belohnung die Beute hetzen und natürlich auch kriegen. Hat er seine Beute bekommen, sollte er diese nach kurzer Zeit zu ihnen bringen und abgeben. Die meisten Hunde begreifen schnell, dass nach dem Abgeben der Beute das Spiel weitergeht.

Die Reizangel für Hunde als Ablenkung

Umgekehrt können Sie nun auch trainieren, den Hund aus dem Hetzen heraus abzurufen. Das erfordert schon einiges mehr an Übung! Führt Ihr Hund das Signal aus (z.B. „Stopp“, „Steh“, „Komm her“…), darf er als Belohnung weiter hetzen (Freigabesignal!). Sollte er nicht auf Ihr Signal reagieren, ziehen Sie die Reizangel nach oben und beenden kurz das Spiel. Überlegen Sie sich, welche Schwierigkeitsgrade für Ihren Hund zutreffen: welche Art der Beute interessiert ihn am wenigsten oder am meisten? Fällt es ihm schwerer zu verharren oder aus der Bewegung heraus abgerufen zu werden?

Ein weiterer Übungsvorschlag ist die Arbeit mit Helfer. Hierbei bewegt ein Helfer die Reizangel für Hunde währenddessen Sie die verschiedenen Übungen mit Ihrem Hund trainieren. Bringen Sie ihn z.B. ins „Sitz“ und „Bleib“. Der Helfer kann nun durch mehr oder minder starke Bewegungen der Beute an der Reizangel versuchen, den Hund zum Nachhetzen zu animieren. Bleibt Ihr Hund sitzen loben Sie ihn ausgiebig.

Nun viel Spaß beim Trainieren!

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